Geschenkte Blumen

Ich habe Blumen heut erhalten
vom neuen Gärtner aus der Näh.
Er wird den Garten mir gestalten,
den ich durchs Fenster nur mehr seh.

In jungen Jahren war ich „Pfleger“
im meinem Garten rings ums Haus.
Ich war der stolze Rosenjäger;
für Freunde schnitt ich manchen Strauss.

Es ist so gut, jemand zu haben,
wenn man im Alter müde ist.
Nicht nur im Garten rum zu traben,
auch zu entsorgen alten Mist.

Es gibt im Leben ganze Haufen
von Dingen, die man nicht mehr braucht,
wenn ältere Jahre abgelaufen,
und man in andre Welten taucht.

Die Blumen, die ich heut erhalten,
ich hoff, sie blühn, verwelken nie;
weil sie doch meinen Liedern galten;
auch mir, – ich komponierte sie.

© 01/2008 Artur Beul, Zollikon.

Veröffentlicht von

Artur Beul

Komponist, Maler, Dichter und Buchautor. Geboren in Einsiedeln SZ am 09.12.1915, gestorben in Küsnacht am 09.01.2010. Bekannt durch Lieder wie «Nach em Räge schint d’Sunne», «Stägeli uf, Stägeli ab», «Am Himmel staht es Sternli», «Übre Gotthard flüged Bräme» u.v.m.

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