Eine Erinnerung an meine Jahre in Einsiedeln…

Was ich euch heute hier berichte,
das kennen sicher viele schon.
Es ist eine alte Geschichte;
Mama erzählte mir davon.

Wo heute steht der Klosterdom,
da war einst Wald, ein tiefer Wald.
Dort hauste Bruder Meinrad schon,
vor vielen hundert Jahren bald.

Zwei Raben waren seine Freunde.
Er gab täglich ihnen zu fressen.
Sie schützen ihn, es gab auch Feinde,
die habe sie auch nie vergessen.

Dann, eines Tages, kamen Männer,
die meinten Pilger brächten Geld.
Der Mönch wär reich, heimlich ein Kenner,
wie man’s gut anstellt auf der Welt.

Sie schlugen ihn mit harten Stecken,
bis er gar tot am Boden starb.
Die Raben schrien laut vor Schrecken
und hackten auf die Räuber arg.

Die Räuber floh’n, die Raben mit.
Noch immer hackten sie drauf los.
Sie folgten ihnen Schritt für Schritt
und kamen nur bis Zürich bloss.

Dort haben Pilger Meinrad’s Raben
erkannt und nahmen beide fest.
Sie wussten gleich, die Beiden haben
etwas getan, das böse ist.

Die Mörder hat man hingerichtet.
Im Hochtal steht heute ein Dom.
So hat Mama mir einst berichtet.
Meinrad ist unser Dorfpatron.

Das Haupt des Meinrad kann man sehen,
zu Füssen unserer Maria.
Man kann zu ihm um Hilfe flehen.
St. Meinrad hilft, ist immer da.

© 12/2007 Artur Beul, Zollikon.

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