Einst zog der Glöckner schwer beim Läuten.
Er tat das sonntags, ohne Lohn.
Der Sigrist tat ihn meist begleiten.
Heut ist das alles leichter schon.
Das Läuten wird nicht handbetrieben,
wie das heut jeder Glöckner weiss.
So wird’s noch im Roman beschrieben.
Einst zog er’s Glockenseil mit Schweiss.
Elektrisch läuten Sonntagsglocken
im gleichen vollen, hohen Schwung,
die Gläub’ge in die Kirche locken.
Nur einen Schalter dreht man um.
Elektrisch gibt’s jetzt überall,
wo heute Leute müh’los schaffen.
Arbeiter stehen in grosser Zahl,
die nun auf neue Arbeit hoffen.
Das macht die Zeit, die heut’ge Zeit.
Den Menschen wird das Leben leicht.
Die neue Kraft ist heut bereit
und hat das alles schon erreicht.
Doch was Arbeiter machen sollen,
das tun Maschinen schneller schaffen.
Viele sind jung, die werken wollen,
nichts finden und auf Arbeit hoffen.
Ich bin nun alt, brauch täglich Strom.
Elektrisch könnt ich nicht entbehren.
Ich hör das Läuten, fern vom Dom.
Die Zeit wird alle neu belehren.
Wenn ich einst geh, in nächster Zeit,
dann zieht kein Glöckner mehr am Seil.
Elektrizität steht dann bereit
und läutet mir zum letzten Heil.
© 01/2008 Artur Beul, Zollikon.
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