Ich frage Gott, wo sind die Kinder,
die jeden Tag im Kriege sterben?
Er liebt die Kleinen doch nicht minder.
Gott lass sie gleich den Himmel erben?

Die Kleinen sind noch gut noch böse.
Herr, wo führst du sie dann hin?
Sei barmherzig und erlöse
sie nach deinem weisen Sinn.

Den Kindern gabt’s du eine Seele,
genau wie mir vor langer Zeit.
Barmherzigkeit ruft ihre Kehle:
Gott führ uns in die Ewigkeit.

Es sind doch alles auch Geschöpfe,
die Gott ins Leben hat geschickt.
Sie waren kleine, arme Tröpfe,
von Kriegern aus der Welt gespickt.

Nimm sie zurück von dieser Erde.
Die Welt liess sie ja nicht mehr leben,
und niemand fragt, wie’s ihnen werde.
Gott wird den Kindern Hilfe geben.

Ein Leben, das man nicht gelebt,
ist ein Geschenk ohne Adressen.
Es kommt nicht an, kein Name klebt
darauf, es wird vergessen…

So ist ein Kind, im Krieg erschossen.
Man weiss oft nicht mal seinen Namen.
Es hat die Augen zugeschlossen,
bevor die Helfer zu ihm kamen.

Gott hält es längst in seinen Armen,
auch wenn es tot am Boden liegt.
Er wird es liebevoll umarmen.
Der Tod hat diesmal nicht gesiegt.

© 01/2008 Artur Beul, Zollikon.

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