Dorf Zollikon, Dorf Zollikon,
bei dir wohnt ein bekannter Sohn.

Es ist nun schon das 60. Jahr,
seit dem ich kam und glücklich war,

das Häuschen baute in die Matte,
wo es noch Apfelbäume hatte.

Der Platz gehörte Dr. Wander.
Ovomaltine, die erfand er.

Ich lag auf seinem offnen Rasen.
Herr Wander kam: „Woll’n sie hier grasen?“

„Ich bin auf einer Velotour“,
sagte ich freundlich, „ausruh’n nur.

Ich suche Land, ich möchte ein Haus,
nicht weit von Zürich bau’n hier drauss’.“

Er wollte wissen, wer ich bin.
Da staunte er und ging gleich hin,

in seine Villa nebenan
und holte einen Auftragsplan.

450 Quadratmeter,
gab er mir frei, für ’s Bauen später.

So kam ich an den Mattenweg
und ging bis heute nicht mehr weg.

Ich hoff, dass ich hier bleiben kann,
bis mich einst holt der Sensemann.

Die Matten ringsum sind verschwunden,
es haben Nachbarn Platz gefunden,

am letzten Weg in Zollikon.
Der nächste Weg ist Zürich schon.

Hier schrieb ich meine vielen Lieder,
man hört sie und man singt sie wieder.

Hier lebte ich mit Lale heiter,
gar 24 Jahre weiter.

Die zweite Frau, die kannt’ ich schon.
Sie leitete Redifussion.

Nun hat nach 35 Jahren,
die Krankheit sie ins Heim gefahren.

Zurück bleib ich, erst noch mit Hunde.
Bald kam für ihn die letzte Stunde.

Jetzt leb ich noch allein im Haus,
bis man mich trägt zur Tür hinaus.

Dann wohnen hier ganz fremde Leute,
doch jetzt ist jetzt und heut ist heute.

Und durch die Wände klingen wieder,
von mir erdachte alte Lieder.

Die bleiben hier, das ahn ich schon,
im alten Haus in Zollikon…

© 02/2008 Artur Beul, Zollikon.

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