Über Menschen- und Vogelgesang

Die Menschen wolln stets neue Lieder,
wenn sie die alten totgesungen.
Die Vögel singen immer wieder
die Selben üben schon die Jungen.

Man kennt den Vogel am Gesang,
den singen sie ein Leben lang.

Die Menschen, speziell die Jungen,
sie haben andre Songs gesungen,

als ihre Eltern und Vorfahren,
da dies noch andre Zeiten waren.

Für jede neue Jahreszeit
hat man doch heut ein Lied bereit.

Und jeder gute Männerchor
zieht neues Liedgut altem vor.

So auch ein Sänger vom Orchester
fühlt sich mit neuem Song als Bester.

Wie einfach klingt das Lied vom Spatz,
es tönt so wie ein Kaffeeklatsch.

Die Lerche überm Roggenfeld
kennt man, wenn sie Stories erzählt.

Ihr Lied ist unverwechselbar,
denn es klingt gleich, wie`s immer war.

Ich denk dabei an meine Lieder,
es wurden immer neue wieder.

So ging es viele Jahre lang,
weil man stets neue Lieder sang.

Ich frag mich nun, was ist wohl besser,
zu singen wie die Körnerfresser;

oder zu singen tausend Lieder…?
… ich komm als Vogel einmal wieder.

© 02/2008 Artur Beul, Zollikon.

Veröffentlicht von

Artur Beul

Komponist, Maler, Dichter und Buchautor. Geboren in Einsiedeln SZ am 09.12.1915, gestorben in Küsnacht am 09.01.2010. Bekannt durch Lieder wie «Nach em Räge schint d’Sunne», «Stägeli uf, Stägeli ab», «Am Himmel staht es Sternli», «Übre Gotthard flüged Bräme» u.v.m.

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