Wer schon Tote hat gesehen,
wird zum Leben anders stehen.
Rot lackierte Fingernägel,
liegen einst nebst deinem Schädel.
Und die Lippen, roten, nassen,
werden welken und verblassen.
Wenn ich Modehefte schaue,
meinen Augen ich nicht traue.
All die jungen, schönen Nelken,
schon nach Jahren bald verwelken.
Ihre blondgefärbten Haare,
werden dünner all die Jahre.
Blond und Schwarz und Braun dazu,
werden Grau, dann Weiss im Nu.
Ihre vollen, roten Wangen,
fangen langsam an zu hangen.
Hangen tun auch ihre Brüste,
locken Männer kaum Gelüste.
An den Beinen, einst so langen,
müde, alte Muskeln hangen.
Auch die Haut der Hände runzelt.
Schau sie an – dein Freund, der schmunzelt.
Doch auch er kam in die Jahre,
er verlor schon viele Haare.
Altern, wie das ferne Sterben,
dir die Laune oft verderben.
Schliesslich wird dein Denken reich:
Allen Menschen geht es gleich.
Lippenstift, den braucht’s nicht mehr,
Schmerztabletten dafür sehr.
Jugend, Schönheit geh’n vorbei,
selbst das Leben bricht entzwei.
© 02/2008 Artur Beul, Zollikon.
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