Die Wirklichkeit und Fantasie,
die leben stets nahe beisammen.
Das sind Nachbarn, Freunde nie.
Sie kommen nur selten zusammen.

De Tag ist voller Wirklichkeit,
die Nacht dagegen Fantasie.
Die beiden wecken dich zur Zeit,
doch fragen sie dich niemals wie.

Ich mag zwar beide, sag ich klar.
Die Wirklichkeit seh ich vor mir.
Am Morgen fehlt mir, was nachts war.
Die Fantasie bleibt kurz bei dir.

Die Wirklichkeit kennst du genau,
denn sie begleitet sich am Tage.
Des Nachts ich andere Welten schau,
die sind oft schöner, ohne Frage.

Die Fantasien sind meist Träume.
Sie kommen und sie geh’n gleich wieder.
Sie blühen, welken, wie die Bäume
und wie im Mai der weisse Flieder.

© 04/2008 Artur Beul, Zollikon.

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