Zum Sterben braucht der Mensch kein Konto
auf irgendeiner Bank der Welt.
Ganz unverhofft sagt einer „pronto“,
der seine Sense vor Dich hält.

Du denkst sogleich, na Gott sei Dank,
mir kann doch nicht ein Leid gescheh’n;
ich hab mein Konto auf der Bank,
und deshalb kann ich doch nicht geh’n!

Vielleicht willst du, Herr Sensemann …
Ich kenn ja nicht die deine Preise.
Ich geb’ dir, was ich geben kann,
doch, nimm mich noch nicht auf die Reise!

„Dein Konto interessiert mich nicht,
vom Geld, da fällt manch Abschied schwer;
für mich hat Gold gar kein Gewicht.
Ich grub Dein Grab, noch ist es leer.“

Der reiche Mann will es probieren,
er weiss sonst keinen Ausweg mehr,
mit sehr viel Geld den Tod zu schmieren;
da lacht der Sensemann doch sehr.

Er wetzt die Sense und er sagt:
„Die Zeit samt Konto ist vorbei.
Als Mensch hast du total versagt,
mit deiner Konto-Bauerei!“

Das Konto bleibt an seinem Ort.
Der Mann schleicht traurig hinterher.
Der reiche Mann, er muss nun fort,
sein Konto nützt ihm jetzt nichts mehr!

Da, wo er hin muss, zählt kein Geld,
und dort gibt es auch keine Bank;
dort sitzt der höchste Herr der Welt,
mit eignem Konto, Gott sei Dank!

© 04/2008 Artur Beul, Zollikon.

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