Oft frage ich die liebe Zeit:
„Ist meine Zeit bald abgelaufen?
Mein Leben liegt zurück so weit,
soll ich noch neue Schuhe kaufen?“

Die alten Kleider müde hängen
im Kasten, wo sie lange warten.
Sie wollen raus, die ersten drängen;
sie gingen gern, wie einst, auf Fahrten.

Ich frag die Zeit, die liebe Zeit:
„schenkst du noch Zeit, kannst du’s mir sagen?
Du hältst den Abschiedstag bereit
und könntest mir das Datum sagen.“

Wo ist die Zeit, ich seh sie nicht.
Mein Weckerzeiger zählt die Stunden;
er dreht sich, schaut mir ins Gesicht;
er dreht die Zeit, macht seine Runden.

Nein, keine Zeit kann Auskunft geben.
Der Meister nur dreht unsere Uhr,
er gibt und endet unser Leben.
Die Zeit weiss nichts, sie lächelt nur.

© 05/2008 Artur Beul, Zollikon.

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