Ich seh ein Blatt am Baume hängen.
Es ist ganz dürr, längst tanzt es tot.
Der Wind bläst stark, will es abdrängen.
Das Gelbe Blatt in seiner Not.

Ich sitz im warmen Auto hier
und will das Blatt wegfliegen sehen.
Doch ich muss weiter, noch vor 4.
Wie lange noch wird’s widerstehen?

Wenn morgen ich hier wieder bin,
beim gleichen Baum, zur gleichen Zeit,
dann schau ich sogleich wieder hin.
Doch jenes Blatt ist weg, längst weit.

Es wird im Gras des Gartens liegen
und wird vom Wind zu Staub gemacht.
Dann bald im Boden ganz versiegen,
bis neues Leben draus erwacht.

Das braune Blatt, es musste gehen.
Im Frühling spriessen neue wieder.
Ich denk an mich, mein altes Leben.
Der kalte Wind reist’s wohl bald nieder.

Wir sind ja alle kleine Teilchen,
wenn wir genauer es betrachten.
Wir sind geschaffen für ein Weilchen,
das merk ich mir – ich werd’s beachten.

© 11/2007 Artur Beul, Zollikon.

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