Zwei Glocken

Nach über einem Jahr Pause hat Artur Beul wieder ein Gedicht verfasst! Etwas, was man bis vor kurzem kaum noch für machbar gehalten hätte. Da er seine Ideen nicht mehr selber aufschreiben kann, war dies gar nicht mal so einfach. Mit etwas Unterstützung und viel Geduld hat es schlussendlich doch noch geklappt. Und hier nun das Ergebnis:

GlockenZwei Glocken wurden uns geschenkt
Ein jeder an den Herrgott denkt

Die Erde ist ein Zwischenspiel
Sie gibt uns was, doch nimmt auch viel

Ein langer Weg zur ew‘gen Zeit
Hört Ihr die Glocken, liebe Leut‘?

Sie läuten hell bei Sonnenschein
Ist man zu zweit oder allein

Doch auch bei Wind, bei Sturm und Regen
Läuten Glocken uns zum Segen

Ein wunderschöner Klang erklingt
Als ob ein Engel für uns singt

Geläut für Kranke und die Toten
Ohne Musik und ohne Noten

Sie wissen alles ganz genau
Auf ihren Klang ich stets vertrau’

Sie haben für uns immer Zeit
So läutet, denn ich bin bereit!

(Geschrieben im November 2009)
© 11/2009 by Artur Beul, Zollikon.

…und wir heizen noch mit Turben

Bericht von Artur Beul, den er in den 40er Jahren unter dem Psyeudonym Aloisa Kälin schrieb.

Turben

«Turbenstöcke» im ehemaligen Hochmor bei Einsiedeln, das jetzt grössrenteils vom Sihlsee bedeckt ist. Solche Turbenfelder gibt es über 200 in der Schweiz; meist handelt es sich um flache Seen, die in der Nacheiszeit verlandet sind. (Photo: Wilhelmina Marthaler.)

Es war nicht etwa in einem alten Bauernhause ausserhalb des Dorfes, wo ich mein Turbenfraueli aufsuchte. Nein, seit der junge Sihlsee mit seinen Fluten die stillen Turbenlöcher ausfüllt, und das ganze Gebiet unter seinen Wellen zudeckt, wohnt die Mariann im Dorf. Ihre alte Heimat, das verwetterte Holzhaus mitten drin im Turbenland, steht nicht mehr, der See hat es verschlungen. Marianns Wohnung auf der Langerüti ist wahrlich auch kein Palast. Und die Aussicht von der Küche ist nicht mehr zu vergleichen mit dem Panorama im Turbenland.
«Die Leute werden immer gescheiter und Alles wird immer dümmer», beginnt sie mit einem schweren Seufzer.
Im Stubeli ist es heimelig warm. Draussen liegt Schnee zum Vergeuden. «Wissen Sie, ich heize halt noch mit Turben, solange ich noch habe. Es geht einfach nichts über gute Turben. Eine solche Wärme … »
Ich unterbreche die 68jährige Frau.
«Turben! Wir Leute aus der Stadt haben eigentlich recht wenig Kenntnis von diesem Heizmaterial.»
«Aber ich’ erinnere mich noch gut, dass wir auch schon früher Turben nach Zürich schickten!»

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Herbst

HerbstDer Herbst ist nicht die schlimmste Zeit,
wie viele ihn verachten.
Es ist die Zeit der Fruchtbarkeit.
Der Lohn für das, was wir erschafften.

Die Frühlingsblühten wurden Früchte,
bemalt vom warmen Sommerlicht.
Sie sind mit farbigem Gesichte,
an Bäumen voller Fruchtgewicht.

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