1943

Artur Beul (1943)

Lieber Artur.
Heute vor 100 Jahren hast du das Licht der Welt erblickt. Zu diesem Anlass wirst du und dein Schaffen vielseitig und gebührend geehrt.
Bereits im Mai diesen Jahres fanden in Winterthur zwei wunderbare Gala-Konzerte statt, in Zürich läuft ein musikalisches Lustspiel seit November mit riesigen Erfolg und am Radio hört man deine Kompositionen rauf und runter. Zumindest auf der Musikwelle. Zahlreiche Berichte in diversen Medien runden das ganze ab.

Wo auch immer du gerade bist, falls du das alles hier in irgendeiner Form mitbekommst, wirst du dich bestimmt sehr über all die Ehrungen freuen. Es hat dich nämlich schon zu Lebzeiten amüsiert, wenn deine Geburtstage erwähnt wurden und die Leute meinten: Was, der lebt noch? All deine früheren Freunde glaubten stets, dass sie dich alle überleben würden. Doch es kam alles ganz anders. DU hast sie alle überlebt. Oft auch zu deinem Leidwesen, denn mit dem verschwinden der Freunde kommt manchmal auch die Einsamkeit.

Artur, ich vermisse so vieles, dass ich in den letzten vier Jahren deines Lebens mit dir zusammen teilen durfte. So zum Bespiel die täglichen Autofahrten. Zuerst zum Frühstück auswärts, wo du täglich dein Spargel Canapé mit so viel Aromat kredenzt hast, dass man vor lauter Streuwürze den Belag nicht mehr sehen konnte. Ein Beweis dafür, dass man mit Glutamat sehr alt werden kann. Auch wenn du es – lustig gemeint – als Drohung bezeichnet hast, wenn ich dir damals gesagt habe, du würdest bestimmt 100 Jahre alt werden, ganz heimlich hast du aber schon ein bisschen damit kokettiert. Leider sollte es nicht sein und vor bald sechs Jahren bist du für immer friedlich eingeschlafen.
Und wenn es auch nicht ganz zum 100. gereicht hat, hast du dennoch etwas geschafft, was viele von uns nie schaffen werden: Du bleibst, zusammen mit deiner Musik unvergessen.
Alle Gute lieber Artur, welcher Stern am Himmel du auch immer sein magst. Die Erinnerungen bleiben. Danke für alles.

Ralph und Freunde.

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