…und wir heizen noch mit Turben

Bericht von Artur Beul, den er in den 40er Jahren unter dem Psyeudonym Aloisa Kälin schrieb.

Turben

«Turbenstöcke» im ehemaligen Hochmor bei Einsiedeln, das jetzt grössrenteils vom Sihlsee bedeckt ist. Solche Turbenfelder gibt es über 200 in der Schweiz; meist handelt es sich um flache Seen, die in der Nacheiszeit verlandet sind. (Photo: Wilhelmina Marthaler.)

Es war nicht etwa in einem alten Bauernhause ausserhalb des Dorfes, wo ich mein Turbenfraueli aufsuchte. Nein, seit der junge Sihlsee mit seinen Fluten die stillen Turbenlöcher ausfüllt, und das ganze Gebiet unter seinen Wellen zudeckt, wohnt die Mariann im Dorf. Ihre alte Heimat, das verwetterte Holzhaus mitten drin im Turbenland, steht nicht mehr, der See hat es verschlungen. Marianns Wohnung auf der Langerüti ist wahrlich auch kein Palast. Und die Aussicht von der Küche ist nicht mehr zu vergleichen mit dem Panorama im Turbenland.
«Die Leute werden immer gescheiter und Alles wird immer dümmer», beginnt sie mit einem schweren Seufzer.
Im Stubeli ist es heimelig warm. Draussen liegt Schnee zum Vergeuden. «Wissen Sie, ich heize halt noch mit Turben, solange ich noch habe. Es geht einfach nichts über gute Turben. Eine solche Wärme … »
Ich unterbreche die 68jährige Frau.
«Turben! Wir Leute aus der Stadt haben eigentlich recht wenig Kenntnis von diesem Heizmaterial.»
«Aber ich‘ erinnere mich noch gut, dass wir auch schon früher Turben nach Zürich schickten!»

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Interview

Interview

Artur 1944Lesen Sie hier ein brandneues Interview von Christian Dueblin inklusive mehrerer bisher unveröffentlichten Fotos: Hier klicken.

Das Gespräch fand am 23. März 2009 statt. Es wird vermutlich eines der letzten öffentlichen Interviews von Artur Beul bleiben. Darum ist es umso erfreulicher, dass dieses Gespräch so ausgesprochen gut gelungen ist.

Herzlichen Dank an dieser Stelle an Herrn Christian Dueblin, welcher übrigens laufend sehr gute, interessante und empfehlenswerte Interviews mit prominenten Menschen führt und auf Xecutives.net veröffentlicht.

Artur Beul als Ehrengast im Pfarreizentrum

Ein Artikel vom «Küsnachter». Text und Foto Béatrice Christen.

Artur BeulDie Seniorennachmittage im katholischen Pfarreizentrum Küsnacht sind beliebt. Letzte Woche trat das legendäre Cabaret Nostalgaga auf, um Artur Beul zu ehren, der sich im Publikum befand.

Béatrice Christen

Im Saal des katholischen Pfarreizentrums St. Georg herrschte Betrieb, galt es doch in letzter Sekunde noch Stühle und Tische bereitzustellen für das zahlreich erschienene Publikum. Anziehungspunkt an diesem Seniorennachmittag bildete zweifellos das bekannte Cabaret Nostalgaga, welches die Senioren unterhielt. Und die Anwesenden wurden nicht enttäuscht, als Franz Lindauers Tenor ertönte. Der 78-jährige Opernsänger gehört zu den Grossen in der Schweiz und im benachbarten Ausland. Mit seinem Tenor bezauberte er denn auch das Publikum. Letzteres wurde nicht nur von ihm, sondern auch von den anderen Mitgliedern des Cabarets Nostalgaga in die Darbietungen einbezogen. So suchte der heissblütige Sänger Roberto auf seiner Tour durch den Saal nach einem blonden Meiteli und wurde sogar fündig. Die Schauspielerin Yvonne Kupper schlüpfte unter anderem in die Rolle des Vamps und der Schweizer Putzfrau. Begleitet wurden die Darbietungen vom Pianisten Jean. Am Ende des ersten Teils applaudierte das Publikum, welches bei einigen der präsentierten Cabaret-Nummern mit bekannten Melodien sogar mitgesungen hatte, enthusiastisch.

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Beim Schlagerkomponisten auf Besuch

Aus der „Schweizer Musiker Revue“, 1944 (Heute Alpenrosen)

Treten Sie nur ein, meine geschätzten Leser. Aufgeräumt ist zwar noch nicht, und abgewaschen auch noch nicht, das Bett liegt noch offen und die leeren Likörgläser vom gestrigen Besuch stehen auch noch da. Aber wenn Sie nicht kleinlich sind, dann hat das ja nichts zu bedeuten.
Sie wollen mich also besuchen, um zu sehen, wie ein Schlagerkomponist lebt, und was er so den ganzen Tag tut.
Hier liegt der offene Band „Gertrud“ von Hermann Hesse, den ich schluckweise, wie Medizin einnehme. Ja, ich lese gern und viel, denn die Ideen eines andern Menschen regen an und verhüten einseitiges Denken. Als Schlagerkomponist muss man sehr vielseitig sein, man muss rasch denken und sehr aufnahmefähig sein. Die Augen muss man offen halten, wo man geht und steht. Aber auch die Ohren, die man so viel wie möglich putzen muss. Nichts darf einem entgehen, was irgendwie zur Bearbeitung interessant wäre. Ein neues Schlagwort, ein geeignetes Wort auf einem Reklameschild. Ja oft der Pfiff eines Vogels kann anregend sein, und Ursache werden für eine neue Komposition.

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