TodesanzeigeAus dem Tages-Anzeiger vom 12. April 1988

Auf dem Friedhof Fluntern ist in aller Stille im Familienkreis Georg Schmidt begraben worden. Der im Alter von 72 Jahren Verstorbene war zu Lebzeiten unter einem anderen Namen, dem Pseudonym Jürg Amstein*, bekanntgeworden: als Autor von Gesangstexten für Cabaret und Operette. Amstein, in seinem Brotberuf Lehrer in Oerlikon und Affoltern, schrieb viele Texte für Schweizer Kabarettisten, unter ihnen Voli Geiler und Walter Morath, und Libretti für heitere musikalische Bühnenstücke, so etwa für die Operette «Nach em Räge schint d’Sunne», die Artur Beul komponierte. Seinen grössten Erfolg hatte Amstein, den eine enge Freundschaft mit dem Komponisten Paul Burkhard verband, mit dem Libretto zu dessen Musical «Der schwarze Hecht».

Bemerkung: Jürg Amstein wurde 29. September 1916 geboren und ist am 23. März 1988 gestorben.
Seine Pseudonyme: Jürg Amstein, Jürg Ambach, Jürg Hecht

Zudem ist im Internet folgendes über Georg Schmidt zu finden:

Georg Schmidt wurde 1916 in Zürich geboren, wo er nach dem Besuch des Lehrerseminars, des Musikkonservatoriums und dem Studium der Journalistik als Grundschullehrer arbeitete. Daneben konzipierte er Sendungen für den Züricher Schulfunk, dessen Kommission er jahrzehntelang als Präsident vorstand. Unter seinem Künstlernamen Jürg Amstein schrieb er zahlreiche preisgekrönte Hörspiele, so über Michelangelo und Papst Julius II., sowie Libretti. Sein größter künstlerischer Erfolg blieben die Texte zum Musical „Der Schwarze Hecht“, das, vom Komponisten Paul Burkhard (1911-1977) vertont, am 1. April 1939 im Schauspielhaus Zürich seine Uraufführung erlebte und seit 1950 unter dem Titel „Das Feuerwerk“ mehrfach verfilmt wurde. Die Tantiemen des ausgekoppelten Hits „Oh mein Papa“ (mit Lys Assia im Original und Coverversionen mit anderen KünstlerInnen) ermöglichten Schmidt finanzielle Unabhängigkeit mit einer Stadtwohnung unter seinem Künstlernamen Jürg Amstein und einem außerhalb gelegenen Appartement unter seinem bürgerlichen Namen Georg Schmidt für seine homosexuellen Kontakte.
Über seinen Lehrerkollegen Ernst Ostertag kam Georg Schmidt Ende der 50er Jahre zum Kreis, wo er seinen Freund Carlo Piccin kennenlernte, mit dem er fortan zusammenlebte. Seine Zusammenarbeit mit Paul Burkhard ersreckte sich auch auf den Kreis, für dessen Veranstaltungen er Sketche schrieb, die dieser vertonte und am Klavier begleitete. Vereint konnten sie Rolf für die Übernahme einer Rolle bei der Wiederaufführung ihres erfolgreichen Musicals 1966 im Corso-Theater gewinnen. Paul Burkhard selbst gehörte zu den begeisterten Ballbesuchern. Trotz der Bitten von Rolf nahm Georg Schmidt Abstand von einer publizistischen Mitarbeit im Kreis. Erst nach seiner Pensionierung in den 70er Jahren verfaßte er unter seinem Pseudonym Jürg Ambach Beiträge für die Zeitschrift „hey“. Kurz vor seinem Tod veröffentlichte er 1988 als Jürg Hecht seine pornografische Nachdichtung von Paul Verlaines Hombres zunächst im Selbstverlag, danach in der schwedischen Revolt-Press.

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