Hans Albers spielte stets den Kühnen,
in Filmen und auch auf den Bühnen.

Ich kannte ihn, und ich weiss klar,
wie er als Mensch war, nicht als Star.

Als Freund von meiner Frau, der Lale,
war er bei uns so viele Male.

Hans Albers liebte sehr mein Haus
und ganz speziell den schönen Garten.
„Zieh nie aus diesem Haus mehr raus,
was Schönres kannst Du nicht erwarten!“

Er steht noch da, der Stuhl, wie früher,
worauf er immer gerne sass.
Daneben lag ein Zapfenzieher;
den Cognac er ja nie vergass.

Wir diskutierten viel über Theater,
doch über seine Filme nicht.
Er war ein Mann, so wie ein Vater,
mit blauen Augen im Gesicht.

Er trug privat kein Haar-Toupé,
zum Ausgeh’n aber seinen Hut.
Gewohnt hat er am Starnbergsee.
Die Villa kannte ich sehr gut.

Ich war bei ihm oft eingeladen.
Wir plauderten im Seeboothaus.
Dort konnte ihn kein Star-Fan plagen,
so weit wagte sich keiner raus.

Ich war als Komponist bekannt.
Hans wollte Lieder auch von mir.
Ich hab die Chance gleich erkannt
und setzte mich an mein Klavier.

Wir sassen öfters am Klavier.
Ich komponierte viele Songs für ihn.
Acht Lieder sang er dann von mir,
die wurden gut, die hauten hin.

Er sang sie dann auf «Decca»-Platten;
dies war vor über vierzig Jahren,
als Lieder noch ein Niveau hatten,
und Künstler grosse Könner waren.

Hans war als Seemann populär,
doch mit dem Schiff aufs Wasser gehn,
das wollt er nie und nimmer mehr.
Denn er wird seekrank, wankt beim Stehn.

Er filmte nie auf einem Tanker.
Die Seefahrt fand im Studio statt.
Dort ging er stets von Anker,
weil’s dort kein Wellenwasser hat.

Hans Albers war privat kein Star
Ein kluger Mann mit Top-Manieren.
Als er das letzte Mal hier war,
ahnt‘ ich, wir würden ihn verlieren.

Er sass im Lehnstuhl, trank Cognac
und hatte dünne, graue Haare.
Dann griff er müd den Ledersack,
darin lag lauter Raucherware.

Er kam nicht mehr nach Zollikon.
Er wurde krank und musste sterben,
das fühlte ich beim Abschied schon.
Ich würde gern sein Talent erben.

© 01/2008 Artur Beul, Zollikon.

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